Tierasyle in Spanien


  Besuch Besuch bei LARA Juni 2008 

Mitte Juni 08 konnte ich zusammen mit einer Freundin aus Bern erneut nach Madrid fliegen. Mercedes von Asociacion LARA, erwartet uns wie üblich am Flughafen. Zuerst ging es mit ihrem kleinen Auto, an dem immer noch die Frontscheibe einen riesigen Sprung hat, zu ihr nach Hause. Sie zeigte uns, welche Katzen zurzeit in ihrer relativ grossen Wohnung wohnen. Einige davon waren bereits vorbereitet für den Flug mit uns in die Schweiz. Zwei Kater sassen in grossen Hundeboxen - Mercedes schrieb uns auf, dass diese noch nicht getestet seien, ganz neu hereingekommen von der Strasse. Die beiden brachten wir dann am Nachmittag in die Tierklinik, wo Mercedes immer alle Tiere für die Reise bereitstellen lässt und wo auch die Endkontrollen am Tag vor dem Flug gemacht werden.
Mercedes schrieb uns auf einen ihrer vielen Zettel, dass wir nun "in die Casita" fahren würden, das sei eine Ueberraschung, die sie für uns habe, und, dort würden wir auch schlafen. So sassen wir denn wieder im kleinen roten Ford und fuhren nach etwas ausserhalb von Madrid, aber lange nicht so weit ins Land hinaus, wie für zur Aufnahmestation, die weit draussen in der "Brousse" liegt. "La Casita" ist ein winzig kleines Häuschen am Rande der Stadt in einer kleinen Agglomeration in einer Seitenstrasse, ruhig, kein Verkehr, kein Lärm und von Vorteil, gegenüber ein Polizeiposten - plötzlich waren wir in einer anderen Welt! Ein kleiner Vorgarten, schattig, überwachsen mit Weinreben - und durch die zwei kleinen vergitterten Fenster schauten schon einige Katzen zu uns hinaus, als wir durch das Gärtchen gingen. Mercedes ging vor, wir kamen in einen kleinen Hausgang, angenehme Kühle schlug uns entgegen. Links gings hinein in ein kleines Schlafzimmer, geradeaus in ein weiteres Zimmer mit Bettsofa und überall standen Katzenteller mit Futter, Wassernäpfe - und es wimmelte von Katzen. Mercedes grinste breit. Sie winkte uns zum Tisch und begann, wieder zu schreiben. Nun erfuhren wir, dass sie "La Casita" (der Name wurde von ihr ausgesucht) von einer Freundin anmieten konnte, die mit ihrem Partner nach Argentinien ausgewandert sei. In den drei winzigen Zimmern könne sie gar manche Katze unterbringen, speziell jene, die für die Flüge vorbereitet seien und auf Flugpaten warten würden, im Winter könne man heizen und im Sommer sei es schön kühl, was wir auch schon bemerkt hatten. Es sei auch praktisch für die Besucher aus der Schweiz, die hier dann schlafen könnten, so habe man keine Hotelkosten. Sie zeigte uns auch das Bad - hinter einem festen Paravant aus Holz befand sich eine richtige grosse Badewanne und der Paravant, innen wasserfest lackiert, diene als "Duschvorhang", wenn man nicht baden wolle.

La Casita ist echt winzig klein - man kann das auf den Fotos wunderschön sehen - aber echt ungemein praktisch. Falls das Land, wo die Aufnahmestation steht, effektiv, wie gemunkelt wird, an einen "reichen Pinkel" verkauft wird, der darauf eine riesige Ueberbauung machen will (was wir alle als völlig unsinnig erachten - wer will schon so einsam und weit weg von Madrid im trockenen und staubigen land wohnen gehen...), bestünde die Möglichkeit, Vorgarten und Hintergärtchen einzuhagen, sozusagen  "Freigehege" zu bauen und dann könnten alle LARA Katzen in der Casita wohnen. Das kleinste Zimmer würde dann zur Station für die nicht vermittelbaren Katzen, die dann ebenfalls Zutritt zu einem kleinen Teil des Vorgärtchens hätten. Doch vorderhand ist die "Casita" nebst Aufnahmestation für die empfindlicheren Tiere auch "Gästehaus" und Mercedes ist enorm glücklich über den Umstand, dass sie die "Casita" anmieten konnte. Sie schrieb uns, dass ihr das viele viele Sorgen abnähme und viele Wegkilometer, weil die bereits vermittelten Tiere dann in der Casita wohnen bis zum Wegflug von Madrid. Das liegt viel näher an Madrid dran, auch die klimatischen Verhältnisse sind viel besser für die Tiere, es ist nicht so heiss, wie unter dem Blechdach der Aufnahmestation weit draussen, wo zurzeit manchmal unmenschliche Temperaturen herrschen. Die Finanzen für die "Casita" kommen von Mercedes selber, die die Miete aus eigenem Sack bezahlt und diese ist nicht enorm billig, um die 500 Euros herum - Mercedes wollte nicht so recht herausrücken mit dem Mietpreis. Sie könne das schon bezahlen, es sei ja für ihre "kleinen Engel" - ihre Bezeichnung für die geretteten Katzen - und, sie brauche keinen Luxus. Den hat sie ja nun wirklich nicht, denn auch ihre eigene Wohnung überquillt fast von Katzen..... Jedenfalls haben wir in der "Casita" besser geschlafen, als in jedem Hotel, es war schön kühl, die Fenster innen auch mit Fliegen-Mückenschutzgitter versehen, ein Segen für Katzen und Menschen! Und, keines von uns war alleine im Bett, mit uns schliefen mindestens je fünf Katzen:-):-)

Am nächsten morgen gings früh los, Katzen einpacken für den Flug, Transport zum Flughafen, einchecken. 12 Katzen durften mitfliegen, für zwei Personen, von welchen eine überdies gehbehindert ist, wars einwenig viel - aber, was tut man denn nicht alles für die Katzen!!!!! Es war jedenfalls ein wunderschönes Erlebnis für uns und wir sind glücklich, dass Mercedes "La Casita" gefunden hat - es ist eine wesentliche Verbesserung für die Katzen, speziell im Sommer, man kann kranke Tiere besser überwachen, besser behandeln, besser separieren! Ein echter Segen, wenn auch für Mercedes mit Kosten verbunden. Doch diese tapfere Frau scheut keinerlei Verzicht, wenn sie dafür das Leben der "kleinen Engel" retten und erhalten kann!
Carin 

 

Besuch vom 12./13.3.2007