Vorstellung - Tierheim in Ceuta

Hier stellen wir Ihnen Katzen aus Ceuta vor.

Spendenaufrufe betreffend Ceuta

        

CEUTA (afrikanische Enclave von Spanien) hängt, wie wir heute wissen, ganz vom Goodwill von JUAN ab, der zusammen mit seiner Familie als PRIVATPERSON diese Aufnahmestation auf seinem eigenen Grund und Boden und in seinem eigenen Haus hat. Ceuta schwimmt buchstäblich in Katzen, denn auf dem doch sehr engen Raum leben derzeit mehr als 200 (!!) Katzen jeden Alters.

Juan ist ein unglaublich tierliebender Mensch und seine Familie liebt die Katzen ebenfalls - sonst würde diese Auffangstation niemals funktionieren können! Diese Familie setzt alles ein, ihren eigenen Verdienst und ihr eigenes Vermögen, damit die Katzen überleben dürfen!
Grad eben hat jemand vor der Tür von Juans haus einen Karton deponiert. Drin befanden sich 20 (!!) Kleinstkatzen2-3 Wochen alt, alle noch abhängig davon, mit dem Schoppenfläschli ernährt zu werden. Eine Riesenarbeit nebst den zurzeit über 200 Katzen in der Aufnahmestation....
Der ortsansässige Tierarzt ist überlastet und es fehlt auch an den notwendigen mitteln, raschmöglichst alle potenten Tiere zu kastrieren und ohne Kastrationen ist hier der Kollaps bereits vorprogrammiert!
Mercedes von LARA nimmt so viele Katzen, wie möglich, von Ceuta auf und lässt in Madrid kastrieren, wo in der Tierklinik eine befreundete Tierärztin zum Selbstkostenpreis kastriert.
Es ist angesichts der prekären Lage in der privaten Aufnahmestation von Juan auch nicht verwunderlich, dass sich die Ceuta-Katzen auf so kleinem Raum halt den bereits bei uns "berüchtigten" Ceuta-Schnupfen weitergeben, obwohl nur etwa die Hälfte der Katzen am Schnupfen sind. Doch in Ceuta hat man viel zu wenig Hände, um alle Arbeit bewältigen zu können. Alles lastet auf den Schultern von Juans Familie, Freiwillige, die helfen kommen, Kisten reinigen, Räume putzen, Katzen füttern und Medikamente geben, beim Aufziehen von Kleinstkatzen behilflich sind, sind rar. Ceuta liegt ja auf dem afrikanischen Kontinent und da ist das Katzenelend nochmals um einiges grösser, als im Mutterland Spanien. Es wird hier echt jeder Franken gebraucht, sei es für die dringend nötigen Kastrationen, für die Schnupfenbehandlungen und Parasitenbehandlung - auf so engem Raum werden alle Parasiten sofort "verteilt", ob dies nun Flöhe, Würmer jeglicher Art oder Milben etc. sind - das Klima ist heiss und begünstigt den Parasitenwuchs sehr.....:-/


Wir danken Allen, die für Ceuta spenden - auch Sachspenden (Tücher, gut waschbare Bettchen und Decken etc.) sind hier sehr willkommen. Es wird hier dringend jede Hilfe gebraucht.

Wir suchen DRINGENDST NOTFALL-AUFNAHMEPLÄTZE, damit wir dort die Katzenzahl vermindern können. Wir danken ALLEN, die sich hier für Notaufnahme melden und wir vom Katzenportal bieten jede erdenkliche Hilfe für die Unterbringung. Gesucht sind auch SPONSOREN FÜR KASTRATIONEN in Ceuta.

Auch hier ist MERCEDES von Lara der "Knotenpunkt", organisiert die Transporte von Ceuta nach Madrid und Warentransporte von Madrid nach Ceuta. Sie ist das Herz der gesamten Arbeit in Spanien und wir fragen uns oft, wie diese tapfere Frau das alles schafft!  

Es wird hier DRINGEND JEDE HILFE GEBRAUCHT. DANKE

 

Liebe Mercedes,

Ich weiß nicht genau, wie ich mich bei den schweizer Freunden bedanken kann. Ich würde gern Einiges erzählen und  du reihst alles aneinander.

1.      Ich heiße Juan José Tuset Vargas, bin 47 Jahre und seit dem ich mich erinnere, habe ich das Bedürfnis gehabt, um Tiere herum zu sein, sie anzufassen,  zu beobachten und zu lieben. Obwohl es damals nicht angenehm war, bin ich heute dankbar, weil ich ein einsames, schüchternes, beobachtendes Kind war, das im Wald in der Nähe von zu Hause spielte und  Frösche, Heuschrecken, Mäuse, Katzen, Vögel und alle lebende Ungeziefer,  Freunde nannte. Ich bewunderte sie und ich hatte das Gefühl, sie seien schön, naiv und gütig. Dies empfand ich den Leuten gegenüber nicht. Ich hatte das Glück, dass fast alle meine Nachbarinnen verwitwet waren, Blumentöpfe vor den Haustüren hatten und Katzen auf den Dächer liefen. Diese Tatsache hat meine Liebe den anderen Lebewesen gegenüber verstärkt. So hat sich meine Mutter nicht überrascht, als ich ihr die lebenden Glasaale oder Meeresfrüchte wegnahm, um sie schnell wieder in einem Teich oder am nahen Strand zu befreien.

2.      Mit dieser Einstellung war es nicht verwunderlich, dass wir zusammen mit einer Gruppe von Freunden den Verein „Movimiento Ecologista de Ceuta“ gründeten. Leider existiert der Verein aufgrund der politischen Orientierung heute nicht mehr. Einer kleinen Gruppe von Universitätsstudenten und Dozenten gelang es, ein schon in Gang gesetztes Projekt für den Bau eines Flughafens in der  nordischen Bucht zu stoppen. Ceuta verfügt nur über 22 km2 und dieses Projekt stellte die Zerstörung eines Gebietes von der gesamten Waldfläche dar. Ebenfalls haben wir den Bau einer Müllverbrennungsanlage zum Erliegen gebracht. Daran nahm sogar GREEPEACE  teil.  Dies waren  Jahren einer intensiven Gemeinschaft mit der Mutter Erde: die Wiederbevölkerung bestimmter Gebiete, eine Reise in die Urwälder in Marokko, Studien und Beobachtungen von Pilzen, Orchideen und Zugvögeln, vergleichbar mit der Suche nach dem heiligem Gral, unsere Suche nach dem Atlaslöwe, deren Exemplaren mit den Fingern einer Hand gezählt werden können. Eine Zeit, in der ich zusammen mit meinem unzertrennlichen Freund und „geistigen Bruder“ Carmelo, einem Förster auf Routen reisten, die eine tausendjährige Eibe, einen Dolmen, die Quelle eines Flusses und die älteste Kneipe eines Dorfes einschlossen. Carmelo und ich hatten ein Erholungszentrum  für Wildtiere. Wir betreuten vor allem Greifvögel, Wasservögel, sowie andere Tiere, die von der Guardia Civil aufgrund illegalen Handels konfisziert wurden. Als die Tiere sich erholten, brachten wir sie zum nationalen Park Doñana. Diese Aufgabe erlaubte mir, meine Kenntnisse über die Behandlung von Wildtieren zu erweitern und Welpen iberischer Luchse anzufassen, mit ihnen zu spielen und sie auch zu füttern. Als der Stadtrat die Anwendung dieser Einrichtung zu diesen Zwecken nicht mehr erlaubte,  haben wir die Tiere bei uns zu Hause betreut. Auf diese Weise haben meine Kinder zusammen mit Käuzen, Waldkäuzen, Schildkröten, Eidechsen, Schmutzgeiern, Ölvögeln, Fledermäusen, grauen Papageien, Turmfalken, Adlern und sogar einmal mit 2 Berberaffen in einer 2-Zimmerwohnung gewohnt. Wir züchteten zahlreiche geraubte Hühner und  brachten persönlich unsere Aufzeichnungen über den Waldrapp zum Jersey Zoo. Wir stahlen einen Steinadler aus einem Käfig in Marokko und brachten 120 Dornschwanzagamen  an die Grenze zu Marokko und Algerien zurück. Wir gingen in unerforschte Höhlen, wir umarmten hundertjährige Bäume und  trieben eine Unzahl an Unfug, die mich an meinen traurigen Tagen wieder zum Lachen brachten und mir meine innere Ruhe zurückgaben.

3.      Juan und die Katzen

Obwohl ich mich wie ein „Bruder“ von allen Lebewesen fühle, rauben mir die katzenartigen Tiere und die Greifvögel den Atem. Ich weiß nicht, welches Wort es dafür gibt, um meine Bewunderung für sie zu beschreiben. Mir fällt es einfach, sie zu verstehen. Seit sehr langer Zeit schwor ich mir, etwas für ein Katzenjunges zu tun, das vor Hunger verzweifelt miaute. Meine Mutter erlaubte mir nicht, Katzen zu haben. Sie hatte einen Widerwille gegen Katzen, weil sie als Kind der schöne schwarze Kater ihrer Schwester  kratzte. Andererseits war es ihr trotzdem egal, dass in meinem Schlafzimmer Sperlinge flogen und eine Fledermaus in meinem Schrank lebte. Zuerst habe ich die Garage des Wohnhauses  und dann einen kleinen Anbau für meine Arbeit benutzt,  um dort 15 Katzen unterzubringen. Paca, Gárgola, Maria Callas und ihr Nachwuchs. Drei wohnten zu Hause: Maru, Melania und Paco, der Hinkende.

4.      Juan und der Schutzverein.

Fast 3 Jahre lang waren meine Katzen unsichtbar, sie blieben im Zimmer von 8.00 bis 15.00 Uhr und von diesem Zeitpunkt an und am Wochenende stand ihnen einen Garten mit Bäumen und Rasen von 500 m2 zur Verfügung. Der Hof eines Zentrum, das ich leite: eine öffentliche Schule. Ein kleines Paradies, in dem sie gesund blieben und stark und gut wurden.  Sie wurden geimpft und schrittweise ließ ich sie kastrieren. Dies brach aus dem Gleichwicht, als eine sehr wilde tragende Katze, Carmencita, kam. Ihre Welpen hatte mit drei Monaten den gleichen Charakter wie ihre Mutter und so waren sie nicht mehr unsichtbar. Sie zerstörten Netze und verrichten ihre Notdurft außerhalb des Sandkastens im Zimmer. Diese Situation brachte die ganze Gemeinde in Gefahr. Ich sprach darüber mit dem Präsidenten des Schutzvereines von Ceuta und er empfahl mir sie im Tierheim abzugeben, wo es ihnen gut gehen sollte. 4 Tage später besuchte ich sie und fand heraus, dass 5 gesunde, starke und verspielte Katzenjungen gestorben waren und Carmencita geflohen war. Es war der 16. Mai 2006 und ich trat in die Krankenstation und sah 30 kranke Katzen mit Pilzen, die sich in 4 Käfigen und einigen Transportboxen drängten. Ich ging zum Anbau und eine alte Frau hatte einige Katzen. Zuerst ließ sie mich nicht herein.  Ich beobachtete, wie ungefähr 10 Katzen mit Katzenschnupfen mit dem Tod rangen. Ohne weitere Überlegung bat ich Quico, den vorigen Präsidenten des Tierschutzvereines darum, mir zu ermöglichen, etwas zu tun. Er bot mir eine Lagerhalle voller alter Möbel an, die aufgrund der Feuchtigkeit kaputt waren. Dieses Lager befand sich in einem entlegenen Winkel des Tierheims und befand sich in einem unbrauchbaren Zustand. Der Tierschutzverein beschäftigte sich hauptsächlich mit Hunden und deshalb konnte Quico nicht weiter helfen. Dies spielte keine Rolle, als ich meinen Sommergehalt bekam, machte ich mich ans Werk. Ich baute eine Außentür und warf  alle verwesten Möbel weg. So habe ich „das Haus der Katzen“ ins Leben gerufen.  Auf einem Treffen, wo ich als Delegierter der Regierung fungierte, habe ich die Genehmigung bekommen, einen Teil des Grundstückes einzuzäunen. Dieser Hof von 270 m2 ist die Grundlage für den Wohlstand der Katzen. Wie sie wissen, habe ich die Unterkunft in Form von Nischen gestaltet, um die Höhe bestmöglich auszunutzen. Dort gibt es Einfülltrichtern von 5 kg und auch eine automatische Tränke. Das Dach besteht aus Wellblech und Asbestzement. Dieses Wellblech isoliert schlecht vor Wärme im Sommer und Kälte im Winter. Deshalb baute ich Gipsplatten ein und füllte den Zwischenraum mit Polystyrol aus. Auf diese Weise bleibt die Temperatur gleich. Es sah so aus, als ob unser Projekt auf einem guten Weg war. Ich nahm die Katzen von der Krankenstation, viele von ihnen sind schon in der Schweiz, ein Dutzend Katzen meiner Gemeinde  und den Rest gab ich meiner Mutter, meinen Brüdern und meiner Exfrau. Ruth, eine Liebhaberin der Tiere aus Ceuta, brachte in ihre Gemeinde verwilderten Katzen. Mir gelang es auch, für das Projekt bei der Gesundheitsberaterin zu werben und sie unterstützte uns bei dem Kauf von Fliesen und einem Netz für den Außenhof mit einer Höhe von 3 m. Fast 6 Monate lang stand der Tierschutzverein im finanziellen Abseits. Alle Ausgabe für Nahrungs- und Putzmittel bezahlten wir aus eigener Tasche. Alle unsere Kater waren kastriert, geimpft und untersucht. Eines Tages teilte mir Ruth mit, dass „Pistas“ in die Schweiz geht und deshalb sollte sie gegen FIP geimpft werden. „Pistas“ war eine alte ungesellige Katze und ein Paar Tage, bevor sie flog, veränderte sich ihr Charakter...

5.      Juan und die Schweiz

Meine Vorstellung von der Schweiz  war absolut utopisch. Ich kannte nur ihr soziales Modell, ihre Landschaften, ihre Leute. Das alles kam mir wie ein Märchen vor. Alles, was ich  für richtig hielt und in Spanien fast unmöglich, funktionierte da seit vielen Jahren. Aus familiären Gründen arbeitete ich mehrere Jahre im Sommer als Kellner in Katalonien. Fast alle  Gäste waren  Deutsche oder Franzosen. Eines Tages kam eine Familie aus der Schweiz, ich konnte sie nicht bedienen, ich beobachtete sie bloß und im Gedanken sagte ich mir „sie existieren“. Ich war einmal als Rucksacktourist in Rom und ich nutzte die Gelegenheit bei der  Wechslung der Wachdienste im Vatikan und kam an einen Schweizer Gardisten heran und sagte auf Französisch geradeheraus: „ Bist du Schweizer?“ „Die Schweiz ist wahr... Er antwortete: „Ich komme aus einem wunderbaren Land“.  Ich stellte mir nicht vor, dass nach einigen Jahren meine Kinder, meine Katzen, das Modell von diesem Land erleben könnten. Ich sichere Ihnen zu, dass ich mir nicht so viel Solidarität und Aufmerksamkeit von einer Gruppe von Katzenliebhabern, die nur den Wohlstand der Katzen wollen, vorstellte. Mir fehlen die Wörter, um mich bei Ihnen für Ihren Beitrag zu bedanken. Ich möchte sie  gern wissen lassen, dass bevor Mercedes sie um Ihre Hilfe  für die Katzen von Ceuta bat, ich absolut niedergeschlagen war. Alle meine Ersparnisse hatte ich für Impfungen und Medikamente ausgegeben und obwohl ich sehr sparsam war, reichte das Geld nicht. Die Zahl der Katzen verdoppelte sich im Vergleich zu der Zahl vom  Juni. Viele Katzen wurden im Sommer ausgesetzt wurden und die draußen  und in Gebieten lebten, in denen auf sie nur der Tod wartete, gelang es mir unterzubringen. Aber sie waren krank. Ich hatte keine Möglichkeit, sie untersuchen zu lassen und sie impfen zu lassen. Das  war ein Traum. Jeden Tag mehr Bindehautentzündung und Katzenschnupfen. Sie rieben sich die Ohren auf dem Boden und kratzten sich mit den  Füßen. Ich hatte nur Kochsalzlösung, die ich selbst hergestellt habe.

6.      Juan und die Schweiz

Meine Freundin, Lehrerin  und Gefährtin Mercedes kann ich mit sehr vielen Eigenschaften beschreiben. Sie ist aufmerksam, solidarisch, zärtlich, sensibel, enthusiastisch, großzügig... In meinem ersten Brief bombardierte ich sie mit Fragen: Was soll ich tun? Sie haben Parasiten, die ich noch nie zuvor gesehen habe, Pilzen, Katzenschnupfen, Durchfall.  Welche Antibiotika soll ich ihnen geben? Was soll ich tun?  Das Blatt mit den Antworten hängt noch am Eingang des Hauses der Katzen und ich versichere Ihnen, dass nur ihre Lösungen und Ratschläge, die richtige gewesen sind, obwohl es hier in Ceuta 5 Tierkrankenhäuser gibt. Das Wichtigste an unserer Beziehung für mich ist, ohne Schamhaftigkeit  die Esoterik. Immer wenn ich  niedergeschlagen, verzweifelt, im Kampf mit einer kranken Katze bin und die Situation mir die Kehle zuschnürt, bekomme ich einen SMS auf meinem Handy: Kind, geht es dir gut? Wenn ich mich mit ihr kommuniziere, besteht eine echte Telepathie. Sie weiß immer, wie es mir geht.

Da es Gott gibt, existiert heute das Haus der Katzen dank Mercedes Seguer....